13. Hambührener Rocknacht

Es ist mal wieder so weit. Eines der traditionellsten Konzerte, die Hambührener Rocknacht fand am vergangen Wochenende statt. Zum 13. Mal trafen sich Rockfans aus Hambühreren und dem Landkreis Celle in dem kleinen Jugendzentrum „Ruine“. Freitag- und Samstagabend standen insgesamt 10 Rockbands auf der Bühne.

1. Tag Freitag, der 09.03.2012 (geschrieben von Jörn)

Zum dritten Mal findet die Hambührener Rocknacht über zwei Tage statt und heute am ersten Tag treten die ersten fünf Bands des Line-Up auf. Opener ist eine Gruppe Namens „Notfallplan B“. Sängerin Nina erklärt, dass sich die Band aus ein paar Musikern der Region zusammensetzt, die erst ein paar Wochen vor dem Gig angefangen hätten zusammen zu üben. Das reichte allerdings für ein 30 minütiges Akustikset gespickt mit Cover-Songs á la Adele und weiteren seichten Rocksongs. „Ich fand’s echt schön“, erklärt Nina nach dem Auftritt. Es seien zwar noch nicht all zu viele Besucher dort gewesen, aber für den ersten Auftritt sei es okay.

Zweite Band des Abends ist eine Schulband. Die Formation der HRS Hambühren, die wir bereits letztes Jahr schon mal beim „Rock am Kreisel“ sahen, spielt einen ähnlichen Mix wie die Vorband. Allerdings sind auch ein paar eigene Songs neben den Cover-Songs von Avril Lavigne vertreten. Zudem wird nicht rein akustisch gespielt, sondern durchaus etwas lauter mit E-Gitarre und Keyboard. Zwar sitzt nicht jeder Ton, aber die Beiden Sängerinnen der HRS Schuldband gleichen das mit gekonntem Gesang wieder aus.

Mit der Hermannsburger Band „Wandschrank“, die später vom Publikum auch „Schrankwand“ gerufen wird – steht die erste Band mit mehreren Jahren Bühnenerfahrung auf den Brettern. Die drei Musiker spielen eine peppige Kombination aus Rock und Funk. Darunter ein äußerst interessantes Remake des Songs „Right Now“ von der Nu-Metal-Band KoRn. Als dritter Act der Abends ist nun auch der kleine Veranstaltungsaal mit Publikum gefüllt. Die Mucke der Jungs kommt gut an. Sogar die Metaller, die eigentlich auf die nächste Band warten, schwingen ordentlich das Tanzbein. Dank des professionellen Auftretens von Wandschrank – und vor allem vom Dreadhead Joe, schafft die Formation es im Handumdrehen die Besucher zum Mitsingen anzuregen. Definitiv ein gelungener Auftritt, Musik, die Spaß macht und mitreißt, und ein Frontmann, der die Menge in Bewegung hält.

Gefolgt von Schrankwand... ähh wir meinen Wandschrank gibt es erstmal etwas Zeit zum Bluten. „Time to Bleed“ heißt nämlich die nächste Band. Und wer steht da als Frontmann vorm Mikrofon? Marc „CC“ Bünnemann. Letztes Jahr sang er noch für „Captivity“, die auf der 12. Hambührerner Rocknacht ihren letzten Auftritt feierten. Mit Death Metal knallt Captivity  den hartgesottenen Rockern und Metalfans im Publikum Einiges um die Ohren. Der Sound kommt gut an, dem Publikum gefällt's und Marc brüllt so schön wie immer in das Mikrofon. 

Schlusslicht des Abends waren „Maegn“, die wir leider nicht mehr sehen. Aber Aussage von ein paar Fans, die wir am Samstag gefragt haben, feierte diese Gruppe noch ordentlich mit dem Publikum und beendete den ersten Abend der 13. Hambührener Rocknacht gebürtig.  

 
2. Tag Samstag, der 10.03.2012 (geschrieben von Valeria)
Am Samstag geht der zweite Tag der Hambührener Rocknacht an den Start. Draußen sprengen die Autos die Straße von Hambühren und vier sehr unterschiedliche Bands „Pink Pearl“, „Herr Flamingo“, „Cliper X“ und „Anthropophagist“ erwarten uns. 
 
Mit etwas Verspätung eröffnet die female fronted Band "Pink Pearl" den Abend und liefert uns eine Mischung aus Pop und Rock. Sichtlich haben die Jungs und Mädels auf der Bühne Spaß und auch dem Publikum scheint die Musik zu schmecken, denn die Halle ist absolut voll. Musiktechnisch ließ das Zusammenspiel eher zu wünschen übrig und es fällt auf, dass die Sängerin mit ihrer rockigen Stimme eindeutig mehr Rocksongs singen könnte. 
 
Die lustigen Jungs von "Herr Flamingo" sind als zweites in der Reihe und überraschen uns sehr positiv mit ihrer erstklassigen Leistung. Inzwischen kann man sagen, dass die Band sehr professionell geworden ist und eindeutig mehr überregionale Aufmerksamkeit verdient. Uns bieten sie technisch super gespielte Songs und geben uns eine sehr gute Abwechslung aus fetzigen Songs mit rotzigen Texten und melancholischen Balladen, wobei das Hambührener Publikum auch exklusiv einen brandneuen Song hören darf. Die Menge vor der Bühne ist schnell warm und tanzt und wippt im Takt mit den Flamingos mit. Bloß schade, dass die Halle nicht mehr so ganz voll ist.
 
Weitere Unterhaltung liefert uns "Cipher X". Eine junge Metal Band aus der Umgebung Hannover. Wie schon bei der Band „Time to Bleed“  vom Freitag, finden sich auch hier ein paar Ex-Captivity Mitglieder, die sich letztes Jahr splitteten und dieses Jahr mit ihren neuen Bands auf der Hambührener Rocknacht gleich im Doppelpack für Metal sorgen. Dem Publikum gefällt die saubere Bühnenperformance der melodischen Metalsongs und auch grassyworld.net bekommt Interesse an der neuen Band. Wer nach dieser guten Show die Band noch einmal live erleben möchte, hat dazu die Chance bei dem Emergenza Semifinale in Hannover.
 
"Anthropophagist" kommt als nächstes auf die Bühne und auch wenn es bei dem Aufbau etwas chaotisch zur Sache geht, stört es das Publikum kein bisschen, denn die Hemmschwelle bricht und man sieht lauter Moshpits, Circlepits, eine Wall of Death und sogar Stagediver. Einen frischen Song gibt es gleich zum Auftakt und die gewohnte Fangemeinde sorgt wie immer für reichlich Stimmung und Headbanging. Neben Tech-Death Geballer gibt es zwischen den Songs ein paar witzige Spieleinlagen und lustige Sprüche, dennoch scheint die Musikrichtung nicht bei allen angekommen zu sein, da der Unterschied zu den vorherigen Bands doch ziemlich extrem ist.
 
Ursprünglich sollte die Band „New Age“ die Hambührener Rocknacht abschließen. Doch die Band sagte kurzfristig ab.
 
Mit lauter guten Eindrücken unsererseits wollen wir die Meinung des Veranstalters Knut Weinreich hören und fragen Ihn, wie er die beiden Rocknächte empfand. „Mir haben die zwei Tage der Hambührener Rocknacht sehr gut gefallen, die Stimmung war immer super und auch die Bands hatten Spaß, das ist das Wichtigste. Am Besten finde ich es, dass das Publikum auch zum Mitmachen und Tanzen animiert wurde“,  sagt Knut. Die stark unterschiedlichen Bands seien von ihm extra so ausgesucht worden, um mehr Abwechslung reinzukriegen. Die Rocknacht sei für einige Musiker dieses Wochenendes der erste Auftritt, wie zum Beispiel von der Schulband und er sehe die Rocknacht für einige Bands als eine Art Sprungbrett, denn nach den Auftritten hier bekamen ein paar der Bands viel Aufmerksamkeit. Weiterhin hätten sich viele Menschen für diese Veranstaltung ehrenamtlich engagiert, die Bands haben sich ins Zeug gelegt, um bei der Organisation mitzuwirken und die Bühne wurde von der Schule ausgeliehen, so der Veranstalter.
Solchen Einsatz findet grassyworld.net natürlich klasse und freut sich bereits auf das nächste Jahr.
 

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