Analoque Boutique 9.1.2010

In Deutschland tobt ein Unwetter? Schneechaos auf deutschen Straßen? Die Celler scheint dies nicht zu interessieren und so begeben sich mit uns viele andere kurz nach Beginn um 23:00 Uhr in die CD Kaserne, um dort feinster Musik zu lauschen und dafür vorher natürlich die 5 Euro zu bezahlen, die heute nötig waren. Nun zunächst stehen die meisten nur herum und frischen Kontakte auf. Der DJ lawless in der Halle 16 legt Dubstep, eine sehr langsame Electro Art, auf. Nicht nur für unsere Ohren ein neuartiger Sound sondern auch für viele andere Celler, wie man an dem Abend hört. Das Foyer, wo schnellere Sounds erklingen, wird da doch besser angenommen, was man an den ersten Tänzern sieht. Nach fast zwei Stunden ist leider keine bessere Stimmung in Halle 16, was die Party sehr leer wirken lässt. Ein Blick in das Foyer spricht da zwar eine andere Sprache, da dort der kleine Bereich voller tanzenden Menschen ist, bringt aber die ersten Besucher auch nicht davon ab, zu gehen. Geschockt, da wir von Celler Elektro oder Drum n Bass Partys anderes gewohnt sind, warten wir bis der heutige Headliner in Form von Rusher aus Bremen die Decks übernimmt. Als er dann endlich anfängt aufzulegen, ist nach dem ersten Song eine technische Zwangspause, was die Party noch leerer werden lässt. Als dann auch noch der Laptop den Geist aufgibt, wechseln sich die drei Haupt DJs in Form von Rusher, lawless und Robyn an diesem Abend ab, um überhaupt noch etwas bieten zu können. Diese Wechsel lassen aber noch stärker erkennen, welche Klassenunterschiede dort auf der Bühne zu sehen sind. Spielt Rusher einen Song, sind anfangs wenigstens rund zehn Leute auf der Tanzfläche und die doppelte Anzahl steht Drumherum. Spielen die anderen DJs Songs, wird es schlagartig leer. Woran es liegt, das Rusher die Platten von lawless auflegt, die zum Teil an diesem Abend schon gespielt wurden können auch wir nicht sagen. Gegen 04:00 Uhr wird es dann ganz leer. Sogar der gut besuchte und auch musikalisch gute Foyer Floor ist jetzt recht leer und in Halle 16 ist auch gar nichts mehr los. Nun beschließen auch wir, zu gehen, um diese enttäuschende Veranstaltung zu verlassen, mit einem Lichtblick in Form der Analoque Boutique DJs, die an diesem Abend ein komplettes Desaster verhindert haben. Immerhin waren 200 Leute auf der Party, wovon aber höchstens 100 länger als 2 ½ Stunden geblieben sind.

Bei der Fehlersuche können wir auch nur mutmaßen. Dubstep ist eine sehr spezielle Musikrichtung und unsere Beobachtungen in der Vergangenheit waren, dass in Celle das Publikum sich verändert. Immer mehr Jüngere sind nun auf den Partys zu finden, die den herkömmlichen Drum n Bass  hören, aber mit solch speziellen Musikstilen nichts anfangen können. An der Stelle rettete natürlich auch der Electrobereich im Foyer, wo diese jüngeren Zuschauer vornehmlich zu finden waren. Ein weiterer Grund können die kurzfristigen Absagen vorher von MC Mex-E und dem DJ Rebell gewesen sein. Zum Dubstep ist ein MC zwar eher unüblich, aber gerade in Celle hat man das Gefühl, dass viele einen MC brauchen. Rebell hätte durch seine Beliebt- und Bekanntheit vielleicht noch etwas mehr Publikum anziehen können, da er für die Art Drum n Bass steht, wie sie in Celle gemocht wird.

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