Break the Ground Festival 2010

Achja, ist mal wieder ein Jahr rum und das Break the Ground Festival findet ein zweiten Mal statt. Noch haben wir die geilen Auftritte vom letzten Jahr im Hinterkopf, beglücken uns heute schon wieder ein paar Newcomer bei dem gleichnamigen Contest. Für 5 Euro an der Abendkasse oder in dem 25 Euro Komplettpaket werden sich heute Captivity, die wir ja schon kennen, Collateral Damage, an deren guten letzten Auftritt mit neuem Sänger wir uns erinnern, Discord, die mit neuem Material auf der Hambührener Rocknacht mehr als überzeugt haben, Etecc aus Wolfsburg, die uns bislang ebenso unbekannt sind wie Human Suit aus Paderborn, Empiresfall aus Hamburg, Personal Disorder aus Wolfenbüttel oder Crimson Frost aus Soltau. Die genaue Reihenfolge wird ausgelost und damit per Zufallsprinzip entschieden, was, finden wir, ziemlich fair ist. Der Platzierungen werden heute wie folgt ausgewertet. 60 % entscheidet das Publikum, 40% die Jury, die aus 2 Vertretern der Break the Ground Organisation und 3 Pressevertretern besteht. Von uns ist Johann dabei, der neben Fotos knipsen die Jury Aufgabe übernehmen wird. Fotos von Johann (Donnerstag) und Sascha (Freitag,Samstag), sowie Gastfotografin Felicitas (Donnerstag,Freitag) gibts hier! Über den Donnerstag schreibt Lucas:

Die erste Band ist Collateral Damage und das erste was auffällt, wo ist der tolle Sänger von dem CRC Warm Up anfang des Jahres? Nun treten sie als erste Band zu viert auf. Der neue Sänger, gleichzeitig Gitarrist, geht das Ganze mit einer etwas raueren und kratzigeren Stimme an. Allgemein wirkt der Sound kratziger als vorher. Erstaunlich ist für uns, dass für die erste Band so viele Zuschauer da sind. Aber kein wunder, als Lokalmatadoren. Dafür, dass der Sänger aus heiterem Himmel abgesprungen ist und die Band momentan als Übergangslösung so agiert macht sie ihre Sache ganz gut und, auch wenn nicht verlangt, starten einen Aufruf für einen neuen Collateral Damage Sänger, damit es wieder umwerfend gut wird.

Pünktlich nach 25 Minuten Spielzeit und 10 Minuten Umbaupause versucht die 2. Band ihr Glück die heute Etecc heißen und uns zunächst erstmal stark an Metallica und Kill `em all erinnert. Diesen Schuh können sich die Wolfsburger Thrasher auch nicht mehr ausziehen und es werden schon Assoziationen zu einer gewissen Celler Band laut. Was hier aber generell an manchen stellen schlechter gemacht wird, ist die Bühnenverteilung. Nicht selten stehen alle 3 die ihr Instrument tragen können auf einer Ecke und sonst sind noch 4 Meter Bühne frei. Grausam war es nicht, nur noch etwas mehr von krassen Metallica Einfluss weg & bessere Bühnenverteilung und dann wird’s super!

Weiter geht’s in Thrashmetal Manier mit Personal Discorder die durchaus zu begeistern wissen. Der Sänger gibt wirklich alles und jede Sekunde wird ausgenutzt um noch Platz für einen weiteren Song zu haben. Bei den Wolfenbüttlern haben wir wirklich wenig zu bemängeln, denn sie liefern eine durchaus gute Show ab und das Publikum wird nach einer Pause bei Etecc auch wieder mehr.

Band Nummer 4 und damit Halbzeit heute, ist Human Suit, die Hardcore Metaller aus Paderborn. Hier bleiben wirklich kaum wünsche offen. Gute Show, indem der Sänger durchaus mal in den Fotograben springt oder mit dem Publikum zusammen ins Mikrofon brüllt und sogar eine erste Wall of Death und ein kleiner Pit mit drei Leuten stattfand. Auch wenn es wenig klingt, nicht nur wir fanden die Band gut, sondern erstrecht ein Herr mit Iro, einer mit Schweinekopfmaske und ein dritter, die an den Publikumsaktionen sehr engagiert waren.

Kaum ist die Hälfte rum, ist es auch schon wieder 21.20 und Discord betreten die Bretter die die Welt bedeuten. Kurz und knackig: super, was die Jungs abliefern. Ohne Partei ergreifen zu wollen haben sie ihren guten Eindruck von der Hambührener Rocknacht und auf dem neuen Album, welches es im grassyshop gibt, auch unter freiem Himmel bestätigt und bieten eine nette Abwechslung, dass nicht nur der eigentliche Sänger ins Mikro brüllt sondern auch die beiden anderen vorne stehenden das Wort ergreifen.

Direkt danach, ein weiterer bekannter Gast aus dem Raum Celle. Captivity mit ihrem Sänger Marc, die mittlerweile ja so ziemlich jedem Metal Fan in Celle geläufig sind. Wenn nicht, habt ihr was verpasst, da diese energiegeladene Combo einiges auf dem Kasten hat. Marc strapaziert seine Stimmbänder in jegliche Höhn und Tiefen, das Schlagzeug trommelt unerbittlich und auch die Gitarristen und der Bassist machen ihre Sache heute gut. Eine Stimme können sie sich auf jeden Fall sicher sichern, indem sie ein aufblasbares Mikrofon, dass laut Marc’s Aussage:,, 12 mal größer als mein Schwanz“ ist, verschenken.

Die heute vorletzte Band ist Empiresfall aus Hamburg, die Thrash/ Death Metaller aus Hamburg machen einen guten Job und auch zur fortgeschrittenen Zeit und sinkenden Temperaturen macht das Publikum noch gut mit und hält sich damit quasi warm. Die Show auf der Bühne sah auf jeden Fall sehr gut aus und auch die Musiker verstanden ihr Handwerk. Sehr gute Band!

Den Abend vollenden Crimson Frost aus Soltau, die schon letztes Jahr auf dem Break the Ground spielen durften. Die Band schlägt heute mit ihrem puren Death Metal die härtesten Töne an, wo wir doch im Vorfeld eher sehr viel Thrashlastige Sachen gehört haben. Ganz guter Auftritt, auch wenn für uns die Qualität nicht ganz so gut war wie bei den Bands zuvor, war aber auch heute eine unheimliche Qualität dabei.

Nun geht’s an die Stimmenauszählung und gewonnen hat: Das erfahrt ihr wenn ihr weiter lest und gut aufpasst.

Review zum Samstag und Sonntag von Bastian:

Der erste Tag ist vorbei – der Newcomercontest ist erfolgreich in die erste Runde gegangen und wir erwarten gespannt den Freitag des zweiten Break The Ground Festivals. Es geht los mit dem Aufbau unseres Zeltes bei einer feucht-fröhlichen Runde mit teils bekannten, teils unbekannten Gesichtern unter Anderem aus Goslar. Die hohe Dichte an Besuchern aus anderen Landkreisen können wir auch an den vielen unterschiedlichen Autokennzeichen ablesen. Geschätzt hat sich die Besucherzahl vom Donnerstag auf den Freitag noch einmal mindestens um die Hälfte erhöht. Dennoch ist es kein Problem, noch einen Zeltplatz zu finden, was sich im Laufe des Tages durchaus ändert.

Leider ist das Wetter am frühen Morgen bereits viel schlechter geworden. Der Himmel ist grau und sieht nach Regen aus – und tatsächlich: Während wir unser Zelt aufbauen, wird es stürmisch und beginnt leicht zu nieseln. Die netten Leute, ein - zwei kühle Biere (das ist ja bei dem Wetter auch kein Problem) und ein köstliches Mahl bestehend aus trockenem Toast mit Billigkäse versüßen uns auch das bescheidene Wetter.

An diesem Tag beginnen die alten Hasen von Echoes Of Devastation, über die wir schon des Öfteren berichtet haben. Ihr knüppeliger Death Metal knallt sogar auf dem Campground mächtig. Das ist ebenfalls schön am Break The Ground – rein theoretisch müssten die Leute, die sowieso nicht in der ersten Reihe stehen würden, den Campingplatz nicht verlassen. Lautstärketechnisch werden auch die hinteren Reihen prima beschallt. Da um 02:00 Uhr stets Schluss ist, muss auch keiner um seinen Schlaf fürchten. Zurück zu Echoes Of Devastation: So ist wohl auch erklärbar, dass das Publikum in Sichtkontakt noch überschaubar bleibt – der Rest nickt auf dem Campingplatz entspannt mit und gönnt sich noch ein Pils.

Auf unsere Nachfrage erfahren wir, dass All-In Tickets mit Break The Ground Stoffbändchen noch verfügbar sind. Kurzentschlossene hätten also für 25€ noch die Gelegenheit gehabt, Festivalluft zu schnuppern. Während wir stets zwischen Campinggelände und Festivalgelände hin- und herpilgern und uns so von Torturized aus Magdeburg zudröhnen lassen. Der Magdeburger Death Metal Marke Torturized gehört wohl zu den aggressivsten, die wir uns vorstellen können. Wir sind beeindruckt von der Geschwindigkeit der Songs, müssen uns aber gleichzeitig von dieser geschlagen geben – wir sind zu langsam!

Auf einmal steht er da: Der Nightliner der Apokalyptischen Reiter. Was für ein Luxusbus! Die Headliner des heutigen Tages erlangen damit durchaus einen gewissen „Staunensbonus“. Jedoch spielen die Reiter erst nach Hämatom und Cripper, von denen erstere schon auf den Brettern stehen. Wie immer sind Hämatom mit Masken und Schminke verkleidet. Das Publikum findet ihre sozialkritischen Songs jedenfalls gut und geht gut ab. Es wird getanzt, gepogt und geheadbangt. Wir finden Hämatom heute konsequent in ihrer Art, aber ihre Show nicht sonderlich überzeugend. Das haben wir schon besser gesehen. Man muss Hamätom aber lassen, dass sie die bis dahin größte Zahl an Besuchern vor der Bühne versammeln. Derb wird es dann nochmal als sie einen Song dem Topmodel Heidi Klum widmen und diese als Gummipuppe darstellen.

Cripper haben bereits im letzten Jahr auf dem Break The Ground Festival gespielt und sorgen auch bedingt durch ihren hohen Bekanntheitsgrad in der Region dafür, dass sie Hämatoms Publikumsrekord gleich wieder brechen. Sie liefern einen gewohnt sehr guten und lustigen Auftritt ab. „Krippär“, wie Bassist Bass-T seine Kapelle liebevoll nennt, sind einfach ein Brett!

Wir nutzen die anschließende Umbaupause, um uns zu stärken. Es gibt auch Mutige, die Schokolinsen und Alkoholika mit dem Geschmack saurer Äpfel kombinieren. Nicht unser Ding – aber die köstlichen Würstchen, Hot Dogs, Pommes und Hamburger des Fressalienstandes verdienen ein ordentliches Lob! Die Pommes sind stets knusprig und würzig, die Riesenportion Currywurst-Pommes gibt es für 4,80€ - gerade noch im Rahmen, finden wir, und lassen's uns schmecken. Zwischendurch werden die Bühnenaufbauten der Apokalyptischen Reiter aufgestellt. Wir sind gespannt!

Um die Show voll auszukosten, wagen wir uns in die erste Reihe und gröhlen ordentlich mit, bevor die Reiter, die Bühne betreten. Und ja: Wir sind überzeugt, die Apokalyptischen Reiter liefern eine absolut grandiose Show ab, die durch Pyro und sogar zwei Gummiboote unterstützt wird, die die Menge tragen darf. Die Menge übrigens ist sehr groß – daran gibt es wohl für die zweite Ausgabe eines Festivals wirklich nichts zu meckern. Nachdem die Reiter noch ihre Zugaben gespielt haben, ist der etwa eineinhalbstündige Spaß auch schon wieder vorbei.

Wir sind überrascht, wie leer es anfangs vor dem Publikumsmagneten Drone ist. Doch während der unerträglich langen Umbauphase füllt es sich noch vor der Bühne. Der neue Bassist der Band hat heute vor heimischem Publikum Premiere und kann überzeugen, auch wenn es ein etwas merkwürdiges Gefühl ist, Drone ohne das altbewährte Lineup zu sehen. Es folgen die NCC-Gewinner Collateral Damage und die Lokalhelden Dynamite Roadkill, die wir jedoch nicht mehr zum Ende verfolgen. Wir sind zu geschafft und gönnen uns lieber eine ruhige Nacht.

Der nächste Tag dämmert – oh Gott – WAS haben wir doch gestern alles getrunken? An dieser Stelle einen freundlichen Gruß an das Team vom Ratzeputzstand... Leichte Katerstimmung dämpft die Laune. Einzelne Zelte werden im Nieselregen abgebaut, andere sind vollgekotzt oder beschmiert. Es sieht aus, als wäre ein Orkan über das Gelände hinweggefegt - erstmal eine Stärkung zu sich nehmen.

Ehe wir uns versehen, ist es schon 14:00 Uhr und die türkische Deathcore Combo Heretic Soul betritt die Bühne. Wir sind nicht überrascht, dass die Celler Menge noch schlaftrunken ist und lieber auf dem Campingplatz ein Konterbier zu sich nimmt. Einige Hartgesottene gehen aber schon wieder ab, auch wenn Heretic Soul ohne ihren Bassisten auskommen müssen, der „very sick“ sei. Die wenigen Leute in der ersten Reihe machen sogar beim Circle Pit mit vermutlich trotz Nackenschmerzen und Kater. Das ist Metal!

Wir streifen ein wenig über das Gelände, sehen uns die Auswahl des tollen Merch-Stand näher an. Großes Lob an die Veranstalter und den Shop von PS-Metal, dafür dass es einen Metalmarkt auf dem Break The Ground gibt. Wollten wir am Donnerstag noch über „Deutschlands einzige Doom Metal Cocktailbar“ schreiben, schallt aus deren Boxen an diesem Tag auch schnellerer Metal. Und auf diesem Wege müssen wir noch loswerden: Bitte im nächsten Jahr kein Markensystem! Es ist furchtbar nervig, sein Geld wechseln zu müssen – gerade, weil die Marken je 60 Cent kosten. Einige Male hätten wir uns wohl etwas zu trinken oder essen gekauft, wenn wir nicht hätten wechseln müssen. Auf diesem Wege vergeht die Zeit schnell, während bei den heißblütigen Iron Horses eben noch ordentlich gerockt wurde, stehen auch schon die Braunschweiger Deny The Urge auf der Bühne, die uns nach dem Auftritt der Horses etwas platt vorkommen. Wir geben ihnen noch eine Chance und müssen zugeben: Auf Myspace klingt das gut! Mit September Murder ist bald eine weitere Death Metal Band auf der Bühne. Auch wenn sie qualitativ gute Musik macht, sind wir etwas genervt – zu viel Geknüppel!

Mit Bloodwork erreicht unsere Stimmung wieder einen Höhepunkt. Die Paderborner verstehen es, melodische Songs zu basteln und dennoch eine angenehme Härte beizubehalten. Es ist ziemlich voll vor der Bühne, die Stimmung im Publikum ist grandios. Auch die zotigen Späßchen von Frontmann David sind ein Grund dafür, dass es sich weiter füllt und zwischendurch gelacht wird. Schließlich zählt er auch die Anwesenden – während es im letzten Jahr nur 27 gewesen seien, erfahren wir dieses Mal keine genaue Zahl – wir schätzen die Menge im Bühnenbereich bis zum Mischpult auf ungefähr 200 Leute. Nach einer Stunde Bloodwork wird es noch ein wenig böser – die Death Metal Urgesteine Sinister (Gründung 1988) sind an der Reihe. Ein Hauch von Legende weht über das Festival, aber es ist zu leer (etwa die Hälfte der Leute ist verschwunden) nach dem anstrengenden Auftritt von Bloodwork, um eine riesige, feiernde Meute zu erwarten. Sinister spielen dennoch eine solide Show und begeistern die anwesende Meute. Beim kurzzeitigen Verlassen des Geländes strömt und schon eine Menge rotgekleideter Empiresfall Fans entgegen. Ihre Lieblingsband hat den zweiten Platz beim Newcomercontest erreicht und darf deshalb direkt vor Equilibrium spielen. Qualitativ merkt man natürlich einen gewissen Unterschied zu den alten Hasen von Sinister oder Bloodwork. Insgesamt liefert die Band aber einen guten Auftritt ab.

Die folgende Umbaupause vor Equilibrium ist nervig hoch drei. Eine geschlagene halbe Stunde dauert es bis der Sound für Drummer Hati stimmt. So beginnen die Pagan-Metaller erst um circa 22:30 ihr Set. Nach einem Intro folgt ein buntes Portfolio aus Songs des ersten Albums „Turis Fratyr“ und des zweiten Albums „Sagas“. Warum Equilibrium aber nur einen einzigen Song vom neuen Album „Rekreatur“, das offiziell am Freitag veröffentlicht wurde, spielen, können wir nicht ganz verstehen. Es ist zumindest ähnlich gut gefüllt wie bei den Apokalyptischen Reitern. Während zuvor noch auf dem Campingsplatz diskutiert wurde, ob der neue Sänger Robse den ehemaligen „Equi“ Sänger Helge ersetzen könne, ist für uns anschließend klar: Ja, er kann. Was für eine tolle Gesamtleistung, Equilibrium!

Nach dem etwa 75 minütigen Auftritt des Headliners folgen die Österreicher Outrage – wieder ein Death Metal Band! Wir sind jetzt einfach zu müde, um noch weiter abzufeiern. Wir reißen unser Zelt praktisch nieder und machen und auf den Heimweg nach drei langen Tagen. Gedanken fliegen uns durch den Kopf wie „Waren die Besucherzahl und die Verkäufe für die Veranstalter in Ordnung?“ oder „Was gibt es im nächsten Jahr?“ und vor allem „Gibt es ein nächstes Mal?“.

grassyworld.net hofft über alle Maßen auf eine neue Auflage des Break The Ground Festivals im Jahr 2011! Mit der gleichen tollen Stimmung, den gleichen netten Menschen und vor allem mit genauso guten Bands! Der fester Termin „Break The Ground“, den man sich jedes Jahr im Terminkalender anmarkern kann, würde wohl nicht nur uns freuen...

 P.S.: grassyworld.net bedankt sich noch einmal besonders bei den Veranstaltern! Vielen Dank, Thorben und Matthias!

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