Celler Altstadtfest 2009

Celler Altstadtfest 2009: Sommer und Sonne sorgen neben den vielen geplanten Aktionen und Bands dafür, dass die Celler Innenstadt bereits frühzeitig sehr voll ist. Von Stechbahn bis zum Großen Plan über die Zöllner- und Mauernstraße bis hin zum Heiligen Kreuz tanzt der Bär auf dem diesjährigen Celler Altstadtfest. Und auch wir waren dort, um uns dieses Celler Highlight nicht entgehen zu lassen. Details unter "Weiterlesen", Fotos hier.

Freitag 7. August (Tag 1) verfasst von Jörn

„Immer im Sommer zieht es Cellerinnen und Celler zum Feiern auf die Straßen der Altstadt.“, schreibt Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende in das gelbe Programmheftchen des Celler Altstadtfests. Weiter verspricht er „Eine bunte Mischung aus Spiel, Spaß, Erlebnis und guter Unterhaltung“.
Um 18:00 Uhr startet die diesjährige Celler Innenstadtfestivität. Parallel auf vier Bühnen spielen zum Auftakt Fräulein Wunder (Pop-Rock), Play it Again Sam (Party Rock), Jay & Friends (Funk & Soul), Michael Becker (akustischer Pop-Rock) und auf der fünften Bühne wird „Mega Partyvergnügen mit Cocktailbar“ angepriesen.
Bei solch einem Überangebot beschließen wir, uns zunächst einmal einen Überblick zu verschaffen und laufen die Partymeilen ab. Dabei kreuzt die Celler Sambagruppe Samba Beija Flor gleich mehrmals unseren Weg. Die grün-gelb gekleidete Gruppe belebt die musikfreien Stellen zwischen den Bühnen mit ihrem lauten Trommelgetöse und mitreißenden Rhythmen.
Wir beschließen um kurz vor 21:00 Uhr vor der „Sparkasse Celle - Bühne“ an der Stechbahn einen Besuch abzustatten, denn dort soll nach einer halbstündigen Eröffnungsrede des Oberbürgermeisters die „Ostrock-Band“ Puhdys spielen (einer der Headliner des heutigen Abends neben Peter Schilling).
Auf dem Weg zum Rathaus begutachten wir die zahlreichen Fressbuden, Schmuckstände und das Vergnügungsangebot für Kinder in Form von Karussell, Hüpfburg und Trampolin. Dabei fällt auf, was für eine Menge an Menschen es bei dem herrlichen Wetter in die Innenstadt getrieben hat: Denn ist ziemlich voll und an einigen Ecken kann man nicht mal stehen bleiben, sondern wird regelrecht weitergeschoben, außerdem fällt auf, dass nur sehr wenige Besucher den Entrittsbutton aufgeklebt haben. Hatten sie alle etwa den freiwilligen Obolus von 4,00 Euro nicht zahlen wollen?

0908010100002.jpgUm Punkt 21:00 Uhr sind wir vor der Bühne auf der Stechbahn. Im Hintergrund dreht sich das Riesenrad und wir warten auf den Oberbürgermeister. Dieser steht mit ca. 20 Minuten Verspätung auf der Bühne. Doch zur Freude aller Anwesenden hält sich Herr Mende ziemlich kurz: Er begrüßt alle, bedankt sich bei den diesjährigen Sponsoren und räumt nach etwa zwei Minuten die Bühne, um Platz zu machen für die fünf Altrocker von den Pudhys. Die Band feiert dieses Jahr ihr 40-jähriges Bandjubiläum. Für alle, die nicht unbedingt wissen, wer die Phudys sind, hier ein kleiner Eindruck.
Die Band präsentiert ihr neues Album „Abenteuer“ und startet ihren Gig mit dem Song „Lust auf Abenteuer“. Die Stechbahn ist währenddessen bis zur Touristeninformation dicht bedrängt von einer Menschenmasse, die sich kräftigst von den Akkorden der Ex-DDR-Band mitreißen lässt. Es wird gejubelt, es wird applaudiert und das von sämtlichen Altersgruppen. Denn die ersten Reihen vor der Bühne ist auffälligerweise überwiegend mit Jugendlichen besäht.
Während die Pudhys noch spielen, schleichen wir uns zum Großen Plan, denn wir wollen auch etwas vom zweiten Headliner Peter Schilling – für viele wohl eher als Major Tom bekannt – sehen.

0908010200001.jpgAls wir dort ankommen, geben Big Maggas noch ein paar Sommerhits der letzten Jahre zum Besten. Anschließend überbrückt man die Umbaupause, indem der Hitradio-Antenne Moderator einen Berg an Werbegeschenken in die Menge wirft.
Und dann ist es endlich so weit: Als Weltstar kündigt Hit Radio Antenne Peter Schilling an, der auch prompt auf der Bühne steht. Leger mit grauer Cap auf dem Kopf lässt er die Neue Deutsche Welle (NDW) auf das Publikum los. Bei Peter Schilling ist es noch voller als bei den Rockrentnern nebenan. Als zweiten Song spielt Schilling seinen bekanntesten Hit „Major Tom“. Auf diesen Song hatten wohl alle gewartet und jeder singt mit. Nach Major Tom folgt „Die Wüste Lebt“. Auch dieser Song trägt seinen Teil zur Partylaune des Publikums bei. Überbleibsel des Hit Radio Antenne Merchandise fliegt durch die Gegend, die zahlreichen Strahler der Bühne beleuchten schillernd das Fachwerk der umrandenden Gebäude, die Menschen lauschen den Klängen der NDW gröhlen sogar mit.

Und damit endet der erste Tag des diesjährigen Altstadtfestes Celle. Das Programm war durchaus umfangreich und hat so ziemlich jede erdenkliche Altersgruppe ansprechen können. Das morgen folgende Line Up verspricht genau so gut zu werden. Die Organisation war absolut solide und die Verantwortlichen, mit denen wir zwischenzeitlich sprachen, äußerst nett. Der einzige Punkt, der für rege Diskussionen sorgte, war mal wieder der freiwillige Obolus, der an den Kassen, die rund um Partygassen aufgestellt waren, bezahlt werden sollte. Denn dort wurde man recht unfreundlich begrüßt, wenn man die 4,00 Euro nicht abgegeben wollte. Dann nämlich baut sich auf einmal die Security von einem auf und filzt sämtliches Gepäck auf eine recht unfreundlich Art und Weise.
Lässt man das über sich ergehen oder zahlt gar den ziemlich fairen Preis, dann folgt ein Abend voller guter Unterhaltung in der sonst recht leeren Innenstadt Celles'.


Samstag 8. August (Tag 2) verfasst von Bastian

Ein neuer Tag, ein neues Gesicht des Altstadtfestes? Wir lassen uns überraschen und schauen relativ wenig in das Programmheft, sondern versuchen entspannt durch die Celler Innenstadt zu schlendern. Es bleibt bei dem Versuch, entspannt zu sein: denn bei einem derartigen Besucherandrang, wie wir ihn erleben, wird viel gedrängelt.
Damit wir die Siegerehrung der Miss Barock Wahl um 21:00 Uhr nicht verpassen, bleiben wir in der Nähe der großen Bühne auf der Stechbahn.
Wir essen ein Fischbrötchen und drehen eine sehr kurze Runde im Riesenrad, das mit 3 Euro pro Person nicht ganz billig ist. Schließlich lenkt eine ankommende weiße Stretchlimousine unsere Gedanken wieder in Richtung Miss Barock und wir warten gespannt auf die Siegerehrung, während die Band So What keine Zugabe spielen darf, weil sich die folgende Band The Great Pretender einspielen möchte. Als wäre es nebensächlich, wird erwähnt, dass ja auch noch die Siegerehrung der Miss Barock Wahl auf dieser Bühne stattfindet.

Die Veranstaltung wirkt relativ formlos bis gestellt – nach kurzer Zeit wird verkündet, dass Franziska Metzner aus Thüringen die neue Miss Barock ist. Auch der Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende erklärt nun, dass er sich freue im kommenden Jahr zusammen mit Franziska Metzner die Stadt Celle zu repräsentieren. Damit wird die Bühne für die kommende Queen Coverband The Great Pretender geräumt. Gratulation an dieser Stelle.

0908010300018.jpgAls nächste Band spielen Jennifer Rostock doch auf der kleinsten Bühne am heiligen Kreuz. Sogar aus Nordstemmen seien einige (der vorwiegend weiblichen) Fans nur für diese Band ins schöne Celle angereist. Dass sich die kleine Bühne als ungünstig beweist, zeigt sich am ungeheuren Menschenandrang vor der Bühne – viele können gar nichts sehen und stehen sich dennoch die Beine in den Bauch, während sie auf die Berliner warten. Ursprunglich für 22:20 Uhr angekündigt, beginnen sie doch erst um 22:50 zu spielen – das grenzte an eine Frechheit, für die sich die Frontfrau schließlich auch entschuldigt und ankündigt, das Set rasant durchzuspielen und wenig zu reden.
In der Besetzung Jennifer (voc), Johannes (keyb), Christoph (eb), Alex (git), Baku (dr) spielen sie wohl so etwas wie Electro-Pop-Rock. Ein interessantes Genre, das das Publikum begeistert aufnimmt und tanzt, bis die Schuhsohlen endgültig versagen.
Unseren Geschmack trifft die Musik zumindest nicht ganz und so machen wir ein bisschen Platz für die stetig nachrückenden Menschenmassen und laufen in Richtung Stechbahnbühne.

Dort spielen The Great Pretender, die Queen Coverband, gerade ihre letzten Songs. Es ist auch hier gut gefüllt vor der Bühne, wenn auch nicht so ein Gedränge wie am Heiligen Kreuz. Das Publikum ist deutlich älter, aber nicht minder ekstatisch. Viele singen mit, als der Frontmann der Dresdener im königlichen Outfit den letzten Song des Abend ankündigt: The Show Must Go On.
Wir sind begeistert: Ein besseres Queen Cover kann es nicht geben. Der Frontmann Stephan Eberhardt ist nicht nur optisch Freddie Mercury ähnlich, er kann auch stimmlich zu 100 Prozent überzeugen.
Die feurige Pyrotechnik, die zum Einsatz kommt, unterstreicht nur noch einmal den berechtigten Anspruch der Band die einzig wahre Queen Coverband zu sein.
Der berechtigte Wunsch des Publikums nach einer Zugabe wird – unterstützt von Radio 21 Moderator Per Eggers – gleich doppelt erfüllt.
Das Publikum ist begeistert und grassyworld.net ebenfalls.

Damit geht nun auch der zweite Tag des Celler Altstadtfestes zu Ende – ein Tag, der den zudem noch freiwilligen Eintrittspreis von 4 Euro absolut wert war. Somit ist es uns egal, dass wir einige vorab als Highlights deklarierte Shows verpasst haben. Wir sind sehr zufrieden und freuen uns auf das nächste Jahr, wenn in der Celler Innenstadt endlich wieder was los ist.



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