CRC Warmup vom 06.03.2010

Eine alljährliche Freude, das Celle Rock City Warm Up, sollte auch in diesem Jahr nicht fehlen und wurde deshalb in diesem Jahr auf den 06.03. gelegt – knapp zwei Monate vor dem Hauptevent. Mit den Bands Jamies Way To Pornstar, Beissert, Collateral Damage, No Time Left und Desolation war eine bunte Mischung vieler Genres eingeladen worden, um die CD-Kaserne zu rocken. Fotos gibts hier!

Pünktlich zum Einlass um 18:30 sind wir bei der CD-Kaserne und denken uns, dass wir noch eine Weile im Auto entspannen, denn bekanntermaßen geht es erst eine halbe Stunde später los. Überrascht stehen wir dann um 18:50 vor den Toren der Kaserne, pardon, vor den geschlossenen Toren der Kaserne. Einlass ist erst ab 19:00, Beginn um 19:30. Wir bitten den Fehler in unserem Eventkalender zu entschuldigen und hoffen, dass die beim Warten getrunkenen Biere euch während der Veranstaltung zu Gute kamen! Der Eintrittspreis ist mit 5€ sehr günstig angesetzt und in unseren Augen genau die richtige Summe, um die sparsamen Celler zu mobilisieren.
Festzuhalten ist aber, dass ohnehin nicht allzu viele Leute „pünktlich“ um 18:30 da sind. Als wir dann aus der eisigen Kälte draußen in die warme Halle 16 kommen, bereiten sich Jamies Way To Pornstar auf ihren bevorstehenden Auftritt vor. Derselbige kommt relativ unspektakulär daher. Das liegt aber zum großen Teil an der frühen Uhrzeit. Es fehlt wohl am Publikum. Die Deutsch-Rocker, die auf der Running Order einfach im Namen abgekürzt werden, geben aber ihr bestes und bespielen auch das kleine Publikum, dass sich schüchtern am Rand sammelt. Sänger Gregor hat mit seinen Jungs Lukas, Lars und Thomas übrigens gerade qualitativ äußerst gute Aufnahmen gemacht, von denen man Kostproben auf ihrer Myspaceseite anhören kann. Ob es sich um ein Konzeptalbum handelt, dass „Jamies“ Weg („to Pornstar“) beschreibt, bleibt wohl offen und ist einer genauen Interpretation würdig. Festzuhalten bleibt, dass die Jungs auf musikalisch sehr schönem Niveau deutsche Rockmusik machen und, dass wir hoffentlich noch lange und vor allem mehr von ihnen hören.
Die übliche Umbau- aka Pinkel- aka Zigaretten- aka Verräterbierpause nutzen wir, um frische Luft zu schnappen und schnappen beim Schnappen auf, dass Rob von den Excrementory Grindfuckers bei der nächsten Band am Schlagzeug sitze. Wir gehen also wieder in die Halle und sehen diesen tatsächlich beim Aufbauen des Schlagzeuges, was eine Menge Zeit in Anspruch nimmt. No Time Left heißt die hannoveraner Hardcoreband, die mit einer klassichen Vier-Mann-Besetzung (Gesang, Bass, Gitarre, Schlagzeug) Celle zum Kochen bringen will. Anfangs scheitert es am fehlenden Publikum, das bis auf wenige Ausnahmen weit von der Bühne entfernt zusieht. Der anfangs grottige Sound tut sein Übriges und schreckt ab. Reine, zumal Oldschool-, Hardcorebands bekommt man in bei uns in Celle eher selten zu sehen, vielleicht überfordert die Musik anfangs die heimischen Ohren. Zur Mitte des Sets, das durch zahlreiche, teilweise extrem kurze Songs besticht, gehen mehr Leute ab, moshen und headbangen. Genretypisch gibt Sänger Pedder sein Mikro immer wieder ins Publikum, das eifrig mitgrölt, und wirft sich einmal – oh weh, ob das angenehm war? – auf der Bühne auf den Rücken. Zum Ende wird die Stimmung wieder verhaltener und ein Großteil des Publikums verlässt die Halle, teilweise sogar beim letzten Song, was wir nicht ganz verstehen können. No Time Left haben eine solide Hardcoreshow geliefert und hätten mehr Aufmerksamkeit verdient.
Beissert aus Dresden sind „up next“. Aus unserer Recherche vermuten wir, dass die Band nach ihrem Sänger mit Namen Beissert benannt ist, und selbiger, mit Klischee-Metalcore-Frisur und -Auftreten aber mit Saint Vitus Tattoo, Gründungsmitglied der grandiosen Gorilla Monsoon war. Anfangs ist die Halle enttäuschend leer. Beinahe mitleidig stehen wir vor der Bühne und sind angesichts vollkommen falscher Eindrücke, die wir vorab durch ihren Myspace Auftritt gewonnen hatten, absolut überrascht, wie gut die Sachsen spielen, was durch den guten Sound unterstützt wird. Ihre Mischung aus klassischen Hardrock- und Stonerrockelementen mit Metal, aus klarem Gesang mit Schreien und Growls, aus langsameren Groove- und rasenden Knüppelpassagen überzeugt nicht nur uns. Nach wenigen Minuten strömen die Celler geradezu in die Halle und einer nach dem anderen fängt zu headbangen an oder geht in den Moshpit. Die Halle ist gut gefüllt, der Pit ebenso, was Celle-typisch in Schreien nach einer Wall Of Death gipfelt. Sänger Beissert ist damit aber überfordert und lässt sich das Prinzip von Ortsansässigen erklären. Leider reißt dem Gitarrero eine Saite seinen Siebensaiters. Die Reparatur, während der der Frontmann Telefonwitze erzählt, dauert eine geschätzte Ewigkeit, sodass Beissert nur noch ein Song bleibt, der ohne Wall Of Death durchgespielt wird. Auf das nächste Mal, Beissert, sagen wir und wünschen uns ihre baldige Rückkehr.

Mit Collateral Damage (Andy, Peppy, Kim, Jogy, Daniel) steht nach einer kurzen Umbaupause ein Klassiker auf dem Programm. Ein Klassiker im neuen Gewand, denn Andy ist der neue Sänger, der uns hoffentlich nie musikalische Kollateralschäden serviert. Wir haben ihn nach dem ersten Auftritt mit ihm als Sänger erwischt und gefragt, wie der Auftritt war: „GEIL, das Celler Publikum war so geil!“ Und da setzen wir auch an. War wir bei Collateral Damage erlebt haben, war umwerfend. Celle drängelte sich in den ersten Reihen – Celle eskalierte, bangte, moshte, rastete vollkommen aus. Andy lenkt Collateral Damage als Sänger in eine vollkommen andere Richtung, sodass wir den Auftritt kaum mit früheren vergleichen können. Gesangstechnisch ist seine Leistung in jedem Falle beeindruckend – wir sagen nur „Bree“. Davon brauchen wir mehr – davon brauchen wir viel mehr.
Es folgt eine Umbaupause und leider ein deutlicher Besucherschwund vor dem Headliner Desolation aus Hannover. Nach einem donnernden Intro geht es gewaltig los. Sie sind schnell, schwarzmetallisch mit Anklängen von Death Metal, aber zum Glück nicht kompromisslos. Ihr Auftritt macht die Band sympathisch, was in ihrem Genre häufig nicht der Fall ist. Das noch anwesende Publikum – etwa die halbe Halle 16 -  gibt noch einmal alles und schüttelt die Mähnen bis der Nacken ermattet. Viele der Anwesenden warten wohl auf die Hymne ihrer 2006er Scheibe: Erntebringer. Das mächtige Keyboard dieses Titels hätte auch anderen Songs gut getan, zeitweise ist es unhörbar leise. Aber das soll die Leistung von Desolation nicht schmälern. Die eindrucksvollen Gesangsduelle von Frontmann Johannes und Keyboarder Johannes sorgen für eine unheilvolle Atmosphäre. Als einzige Band des Abends spielen Desolation noch zwei Zugaben, die es ebenso wie die anderen Songs mächtig in sich haben. Insgesamt ist der Auftritt der Hannoveraner noch eine Steigerung zum Auftritt bei der Revolution Group Tour.

Keine der Bands an diesem Abend hat uns enttäuscht, im Gegenteil: besonders Beissert  hat uns überrascht. Kleine Abstriche sind höchstens der anfangs unangenehme Sound und die Kälte, die uns Petrus beschert hat.
So geht das diesjährige, ausgesprochen gelungene CRC-Warm Up zu Ende und wir wünschen uns ein ebenso schönes Mainevent zum fünfjährigen Jubiläum!



Deine Bewertung: Nichts (6 Stimmen)

^^

#1 Geil

war hammer

m/

Geiler Abend

leute i hob heut noch nackenschmerzen!

Gruß an die Jungs von Desolation, kommt bald wieder!

@Andi(Collateral) Respekt, guter Einstieg, weiter so!

@alle anderen: Gelungener Abend mit schönem Ausklang im GDS


I judge you die

http://www.myspace.com/burnyourgrave

Also auch wenn collateral

Also auch wenn collateral damage nicht der headliner war sie waren aber mit abstand die besten des abends.und nächstes mal sollten sie der headliner sein, wie es bei den abging bei den anderen bands war nie so viel los oder gar so eine stimmung.

an collateral damage ihr seid geil ich habe euch das erste mal gesehen und war der hammer, ihr werdet noch groß rauskommen das sag ich euch

Samstag

Also ich bin auch schwer zufrieden mit dem Abend...

 

ihr habt alle sehr geil mitgemacht und ich bin irgendwie immer noch überwältigt. Wir finden es sehr schön dass euch unsere Show gefallen hat.

 

Ich hoffe wir sehen uns noch öfter auf Veranstaltungen dieser Art.

 

Aber auch an die anderen Bands: Ihr wart super. Hat mir sehr gefallen - vor allem No Time Left haben mir ziemlich gefallen. War sehr witzig.

Sound

Zum Sound kann ich nur sagen, dass ein Mischpult kein Zauberkasten ist. Wenn der Sound von der Bühne scheiße abgeliefert wird, kann er später nach dem Mischpult besser sein. Da liegt es an den Bands, sich mal Gedanken zu machen, was der Tonmensch sagt, bzw. mal an ihrem Sound zu arbeiten. Und an diesem Abend war das nun mal ab und an der Fall, dass auf den eigenen Sound eben nicht all zu stark geachtet wurde. Da kann ich nur jeder Band raten, stimmt euren Sound ab, nicht jeder einzelne muss fetten Sound haben, sonder die ganze Band. Dann klappt es auch mit dem fetten live Sound. Anders eben nicht.

faule ausrede

was für ein übermäßiger schwachsinn und zugeständniss der unfähigkeit von so einer aussage ausgeht liegt ja wohl klar auf der hand !

viel glück! du profi!!!

 

hahahahahahahahahaah!!!!

Und du bist?

Und anscheinend bist du derjenige, der nur Scheisse aus
Musikequipment holt und dann den Mischer dafür verantwortlich macht.

Und wahrscheinlich immer ruft "EY LAUTER, MACH MA LAUTER".

Dein geistiger Kommentar zeugt von unheimlicher Qualität, nicht. 
Würdest du irgendwas davon verstehen, würdest du nicht so einen Quark reden 
aber naja.

Braucht man diese Diskussion?

Es ist doch jedem klar, dass das Zusammenspiel beider Komponenten stimmen muss.

Woran die Soundprobleme im Einzelnen liegen, maßen wir uns nicht zu beurteilen an -

da gibt es Leute, die sagen, dass dies nicht hinhaut und Leute, die sagen, dass jenes nicht hinhaut. Im Endeffekt ist der Sound nicht das, was einen guten Abend versaut und einen schlechten Abend aufwertet. Es ist eine Nuance.

Die Diskussion führt zu nichts, weil sie nicht konstruktiv sein kann.


"I know I don't belong
And there's nothing I can do
I was born too late" - Saint Vitus

Fotos

schonwieder kaum fotos von den jungs die den takt angeben,.... wenn ich mich nicht irre gerade mal eins!

Wofür mach ich mich denn so adrett? xD

das muss sich ändern jungs!

ich werde unseren fotografen

ich werde unseren fotografen persönlich in den hintern treten.. versprochen!


DYNAMITE ROADKILL IHR FICKER

und irgendiwe kaum fotos vom

und irgendiwe kaum fotos vom publikum... son konzi is immer ne zweiseitige veranstaltung....

oder is euer webspace zu teuer ;)


I judge you die

http://www.myspace.com/burnyourgrave

Wenn ich das Folgende

Wenn ich das Folgende schreibe, ist das natürlich übertrieben formuliert, aber in Ansätzen bestimmt nachvollziehbar:

Das mit den Fotos ist einfach eine Sache, die jeder anders sieht. Ich persönlich halte Fotos vom Publikum manchmal für gut, nämlich dann, wenn auch der Artikel mit den Fotos synchron verläuft.

Manchmal aber auch nicht.

Schließlich versuchen wir nicht nur einen objektiven Eindruck zu vermitteln, sondern auch unseren eigenen Senf zu Bands abzugeben.

Fotos vom gelangweilten Publikum verwässern den Eindruck, den man gewonnen haben kann und können einen eigentlich positiven und lobenden Artikel unglaubwürdig erscheinen lassen.

Das hat natürlich rein gar nichts damit zu tun, die Leser zu "verarschen", sondern nur damit, uns die Möglichkeit zu geben, mit unseren Berichten nicht nur die Stimmung und den Eindruck des Publikums, sondern auch unseren eigenen subjektiven Eindruck vermitteln zu können.

Zumal es bei einem Konzert schließlich hauptsächlich um die Bands gehen sollte. Und um das Publikum geht es nur insofern, als dass das Publikum in einer Weise der verlängerte Arm der Bands ist - wenn sie abgehen, weil die Band so gut ist.

 

Nichtsdestotrotz sind derartig philosophische Gedanken bestimmt nicht allein der Grund dafür, dass wir dieses Mal kaum Fotos vom Publikum haben. Wenn es gewünscht wird, kann man auch mal mehr Fotos von den Besuchern machen.


"I know I don't belong
And there's nothing I can do
I was born too late" - Saint Vitus

Zum Thema Konzertfotos

Da ich an dieser Veranstaltung der Fotograf war, möchte ich auch kurz was loswerden.

  • Die Drummer vor die Linse zu bekommen ist recht schwer, weil die immer so weit hinten Sitzen. Ich werde aber in Zukunft versuchen auf die Bühne zu kommen um euch zu Knipsen, verpsrochen.
  • Fotos vom Publikum sind auch nicht ohne. Kann ja verstehen, dass ihr euch hier gern wiederfinden würdet und es ja auch die Berichterstattung komplettieren würde. Aber zumeinst wird das Publikum im Dunkeln stehen gelassen; Licht gibs halt nur für die Stars auf der Bühne. Und ohne Licht ist da leider nicht viel zu machen. Zumindest nicht mit meiner Ausrüstung. (Tzja... gute Ausrede, wa? An mir liegst nicht sondern am Licht und der Kamera :-D )

Aber ich nehme die Anmerkungen hier gern auf und werde beim nächsten Mal schauen, was ich besser machen kann.

Danke fürs Feedback,

euer Jörni

 

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • You may insert videos with [video:URL]
  • Link to content with [[some text]], where "some text" is the title of existing content or the title of a new piece of content to create. You can also link text to a different title by using [[link to this title|show this text]]. Link to outside URLs with [[http://www.example.com|some text]], or even [[http://www.example.com]].

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

CAPTCHA
Dieser CAPTCHA-Test soll verhindern, dass Roboter unsere Webseite mit SPAM überfluten.