Faun - Eden Tour 2011

So kennt die Celler Szene die Halle 16 der CD-Kaserne nun gar nicht: Im Kontrast zu den sonst stattfindenden CRC- und anderen Rock/ Metal Konzerten mit brüllenden Männern und moshender Menge (die wir sonst kennen) gab es am Sonntag ein fantasievolles Bild wie aus „1001 Nacht“  in nordischer Ausführung. Sterne über der Halle, Nebel, Instrumente und Klänge, die man nur selten zu Ohren bekommt und sonst eher von Mittelaltermärkten kennt, erfüllten am Sonntagabend die Kaserne.
Die Folk Band FAUN aus Gräfelfing kam zum Abschluss ihrer Eden Tour 2011 nach Celle, um uns auf eine mittelalterliche Reise in das Land der Fantasie und Magie zu entführen und das ist ihnen wirklich gelungen.

Als Vorband standen die spanischen Jungs und Mädels von TROBAR DE MORTE auf der Bühne und verzauberten uns mit ihrer spanischen Version  der Medieval Fantasy Folk Musik, die man am liebsten in einen Film a lá „The Last Unicorn“ packen möchte. Die Frontsängerin Lady Morte sang und tanzte wie eine Waldelfe auf der Bühne und verzauberte die Celler mit ihrer Stimme.

Das FAUN Spektakel hat mit einem fesselnden Schattenspiel auf dem weißen Schleiervorhang angefangen. Die mystische mittelalterliche Musik wurde mit passenden Lichteffekten untermalt und man ließ auf der sonst grauen Industriedecke der Halle 16 einen Sternenhimmel aufgehen, der die Atmosphäre vollkommender machte. 
Von finnischen Jagdgebeten, mittelalterlichen Balladen, spanischen Märchenliedern und nordischen Tanzliedern bis eigenen Interpretation von alten Sagen und Legenden boten uns FAUN alles, um in eine andere Welt einzutauchen und die Realität zu vergessen. Völlig versunkene Körper tanzten zu den Tönen von Flöte, Dudelsack, Laute, Harfe und Trommeln, wobei sich andere lieber mit einem Glas Wein entspannten. Zu der romantischen Atmosphäre (bei der, wie die Band meinte, bereits nicht wenige Kinder gezeugt wurden…) tanzte und wippte man mit seinem Partner zu den wundersamen Klängen der neuen und alten Songs.

Die altertümliche Musik wurde von modernen Bässen begleitet (was ebenfalls sehr ungewöhnlich für eine Paganfolk Gruppe ist) und zwischen den Songs wurde die Menge mit den witzigen und charmanten Geschichten des Sängers (Oliver „SaTyr“) unterhalten. Insgesamt darf man bei der naturverbundenen FAUN Band von einer musikalischen Meisterleistung sprechen, was das Spielen und Beherrschen der Instrumente angeht, wobei uns auch der Gesang meisterhaftes, fehlerfreies Können darlegte.

Außerdem blieben zu dem Konzert noch ein paar Anmerkungen zu machen:
Die Halle war sehr gut gefüllt, obwohl ein Sonntagabend sonst eher nicht viele Besucher verspricht, standen die Menschen von 20:00 bis 23:00 Uhr  und ließen ihre Seele baumeln. Auch wenn uns der Eintritt von 22 Euro an der Abendkasse zuerst viel zu hoch erschien, so durfte man nach dem Konzert behaupten, dass sich jeder Cent gelohnt hätte und dementsprechend schien das Publikum sehr glücklich zu sein. Insgesamt kam das Konzert vor Allem sehr gut an, weil alles harmonierte und nicht bloß nach geschauspielertem Mittelaltergetue aussah. Sowohl die Musik als auch die Musiker selbst waren eher bescheiden und authentisch. Nicht wie man es zum Beispiel von anderen Folkbands kennt und somit war auch die Bühnenshow nicht aufdringlich.

Zum Schluss bedankte sich FAUN mit einem Filmabspann bei dem Publikum, den Unterstützern und natürlich auch der CD-Kaserne. Nach dieser kurzen zehntägigen Tour wird Ende November an  zehn weiteren Orten mit der Eden Tour „gefolkt“. 
Dies wundert uns nicht, denn in neun Jahren hat die Band bereits mehr als 600 Konzerte weltweit gespielt. 
Auf! Auf!

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