Happy Heath Festival vom 11.09.2009

Happy Heath Festival in Faßberg. Neben den Celler Bands StenRei und Toxic Vapors spielten am 9. September vier weitere Bands in der Kneipe Oxmox. Wie fröhlich es in der Heide an diesem Abend zuging, erfahrt ihr unter „Weiterlesen“. Fotos gibt es hier.
 
 
Um 20:00 Uhr ist das hübsch hergerichtete Oxmox noch recht leer. Als wir reinkommen, laufen wir direkt auf die Theke zu. Rechts davon reichlich Sitzgelegenheiten. Links davon ein kleiner Merchstand und eine kleine Bühne sowie für das anstehende Event, dem Happy Heath Festival, genug Tanzfläche.
Veranstalter Carsten verteilt ein paar Döner an die Musiker des heutigen Abends sowie die Crew, die für Kasse, Ton und so weiter verantwortlich sind. Es soll die letzte Stärkung vor diesem Abend voller Indie Rock sein.

IMG_6585.jpgEine viertel Stunde später geht es dann los. Zwei smarte Kerle betreten die Bühne und nehmen auf den dort vorbereiteten Barhockern platz. [pa'jelliks], das sind Julian Hartke und Paul Rahden aus Lingen, die beide mit Gitarren aller Art bestückt sind und vor einem – noch zu früher Stunde – mickrigen Publikum spielen. Während Paul äußerst konzentriert den Blick streng auf den Gitarrenhals gesenkt hat und nur ab und an zum Gesang den Kopf kurz zum Mikrofon reckt, ist, beziehungsweise wäre gern, Julian weitaus interaktiver. Nur leider fehlt es an Besuchern, die sich an dem jamartigen minimalistischen Rock ergötzen könnten. Die meisten Leute, die bereits vor Ort sind, sind durch VIP-Bändchen als Musiker gebrandmarkt und zählen somit leider nicht als Publikum.

Die nächste Band ist Falco, die um 21:00 Uhr auf die improvisierte Bühne aus Spanbrettern und Cola-Kästen steigt. Die dreiköpfige Band aus Hamburg ist an diesem Abend nur zu zweit; Cellistin Fidi ist heute leider nicht anwesend. Faloc spielen Akustik-Pop, der dem Zuhörer in eine schwerelose Sphäre voller zarte Klänge versetzt. Die beiden Musiker spielen voller Leichtigkeit auf Gitarre und Keyboard und säuseln verträumte Lyrics ins Mikrofon. Die ersten Gäste des Festivals treffen währenddessen auch ein und setzen sich an die Tische und die Theke, unterhalten sich oder genießen es, Falco zuzuhören.

IMG_6636.jpgStenRei erklimmen nach raschem Umbau als nächste Band die Stage. Zum ersten Mal an diesem Abend wird auch das Schlagzeug beansprucht und zwar nicht zu schlecht, wie wir am Ende von StenReis Auftritt noch feststellen werden. Die Band legt rückblickend auf die zwei vorherigen Bands an Tempo ordentlich zu. In der Setlist: Vorwiegend neue Songs und nur wenige aus StenReis Solo-Zeiten, wie etwa „The Perfekt Shine“. Die Band begeistert uns an diesem Abend. StenRei hat sich nach dem grandiosen Aufritt auf dem Südwinsen Festival diesen Jahres noch einmal weiterentwickelt und die Songs verfeinert. Auch die wachsende Menge an Publikum kann dies bestätigen. Letzter Song im Set ist das Cover von „Wir bauen einen neue Stadt“ bei der Carsten, der zuvor schon immer zwischen Bassgitarre und Keyboard gewechselt hat, sich jetzt einen Drumstick schnappt und wild zusammen mit seinem Bruder auf das Schlagzeug einschlägt. Danach gibt es noch einen Songs als Zugabe und dann geht es punkig mit Toxic Vapors weiter.

IMG_6639.jpgWas die drei bisher gehörten Bands noch nicht geschafft hatten, war die Menge zum Tanzen zu bringen. Mittlerweile sind circa 90 Besucher in der somit gut gefüllten, mittelgroßen Kneipe Oxmox anwesend. Und alle schienen nur auf Toxic Vapors gewartet zu haben. Gut, sicherlich ein Heimspiel für die Faßberger Band, hier Bewegung in die Bude zu bringen. Oder liegt es doch an der 25-jährigen Bühnenerfahrung des Trios? Oder vielleicht auch beides? Egal. Alles tanzt zu den kurzen, ins Mic gebrüllten Punksongs. Zum Ende des Auftritts werden ein paar Coversongs gespielt, die von DJ Friday, dem Fahrer der Band, gesungen werden. Und ratzfatz ist die halbe Stunde mit Toxic Vapors vorbei und die vorletzte Band des Abends steht parat, um die Stage zu übernehmen und für weiteren Ohrenschmaus zu sorgen.

Alex Amsterdam räumen als erstes das Schlagzeug wieder zur Seite. Das Duo, genauso wie Falco mit Keyboard und Akustikgitarre ausgerüstet, ist schon ein stückweit Headliner an diesem Abend. Zumindest verriet das der kleine Info-Zettel am Merchstand. Dort steht nämlich, dass IMG_6660.jpgAlex Amsterdam schon mit „The Kilians, Gisbert zu Knyphausen und Heinz-Rudolf Kunze auf der Bühne“ standen. Aber auch uns beeindruckt der lockere, recht flinke und irgendwie smoothe Sound der beiden Düsseldorfer. Alexander spielt seine Gitarre recht hart und voller Elan und auch Keyboarder Simon geht gut ab. Zumindest hat er einen sehr eigenwilligen Stil, sich hinter seinem Instrument zur Musik zu bewegen. Ständig beugt er sich nach unten zu seinen Keys als wolle er mit der Nase zusätzliche ein paar Tasten drücken. Zwischendurch reicht der Veranstalter den Nordrhein-Westfalen einen Ratzeputz, der die beiden Musiker fast etwas aus dem Takt gebracht hätte. Leider hat sich ein kleiner Teil des Publikums verdrückt. Wahrscheinlich muss man, nachdem man sich bei Toxic Vapors ausgetobt hat, draußen etwas verschnaufen. Denn am musikalischen Können von Alex Amsterdam kann es wirklich nicht liegen. Hut ab vor dieser Band und zwar auch dafür, dass sie für das Happy Heath Festival den weiten Weg aus Düsseldorf nach Faßberg auf sich genommen haben.

IMG_6673.jpgSchlusslicht des Abends bieten Punk'd Royal. Die ebenfalls aus Düsseldorf stammende Band spielt Indie Rock mit reichlich elektronischen Einflüssen. Punk'd Royal spielen vor einer ähnliche Menge an Publikum wie Alex Amsterdam, welches sich gern dem Genuss ihrer Musik hingibt. Auch diese Band spielte schon zusammen mit The Kills auf derselben Bühne. Eine Gewisse Bühnenroutine lässt sich bei ihrem Auftritt auch nicht übersehen.

Nachdem wir uns von Punk'd Royal einen kleinen Eindruck gemacht und ein paar Fotos geschossen haben, machen wir uns gegen 0:30 Uhr auf den langen Heimweg.

Der Abend war durchaus gelungen. Die Location war schön hergerichtet, wenn auch mit provisorischer Bühne, und mit circa 90 Gästen gut besucht. Die Organisation erschien erstklassig, was sich sowohl im Ablauf des Festivals bestätigt, als auch durch die Auswahl der Bands. Ein Abend voller Indie Rock, der seine 5 Euro beziehungsweise 4 Euro im Vorverkauf (oder für lau, wenn man beim grassyworld.net-Gewinnspiel gewonnen hat) durchaus gelohnt hat. Das Happy Heath Festival hat definitiv Potential.



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bilder sind 1a, artikel

bilder sind 1a, artikel beschreibt die stimmung auch super-außer bei punk'd royal, da ists nochmal voll abgegangen!! :)

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