Hell on Earth Tour

Hell on Earth - There is no more Room in Hell...

Das Motto dieser Tour vermittelt dem Besucher schon einen ersten, ganz treffenden Eindruck von der Show, die ihn erwartet. Als wir gegen halb sieben in der 60er Jahre Halle des Kulturzentrums Faust in Hannover eintreffen, beginnt schon die erste Band, A Traitor like Judas, damit, die Fans in Stimmung zu bringen. Fotos hat Lucas geschossen.

Als Ersatz der New York Hardcore Band Full Blown Chaos, die die Tour leider aufgrund persönlicher Probleme canceln musste, übernehmen die fünf Jungs aus Braunschweig das Warmup der Show. Als Gewinner des Bandvotings erhalten sie die Chance, diverse andere Größen des Hardcore wie Bane und Evergreen Terrace auf der europaweiten Hell on Earth Tour zu begleiten. Nach ihrer vierzigminütigen Performance verlassen die meisten Fans die Halle, um ein wenig frische Luft zu schnappen und sich auf die nächste Band zu freuen.


Als Casey Jones um kurz nach sieben die Bühne betreten, geht die Show erst richtig los. Die gefeierte Straight Edge Hardcore Band (Straight Edge: Bewegung aus der Hardcorepunk Szene, die durch den freiwilligen Verzicht auf Alkohol, Tabak, jegliche andere Drogen, sowie häufig wechselnde Geschlechtspartner gekennzeichnet ist.) aus Jacksonville liefern eine bunte Mischung aus älteren Songs und neuen Aufnahmen ihres im Januar 2011 erschienen Albums 'I hope we're not the last'. Die Stimmung wechselt jedoch ziemlich rapide von Euphorie zu Wehmut, als die Band bekannt gibt, dass die baldige Trennung bevorstünde und dies deshalb einer der letzten Auftritte in Deutschland sei. Jedoch hält auch diese traurige Nachricht das Publikum nicht davon ab, noch ein letztes mal zusammen mit Casey Jones in Hannover zu feiern.

Wirklich aggressiv wird die Stimmung in der 60er Halle jedoch erst, als um kurz vor acht die deutschbelgische Beatdownband Nasty die Bühne betritt. Fast eine Stunde lang bringen sie das Publikum mit aggressiven Texten und heftigen Riffs an ihre Grenzen, wobei auch die Violentdancer voll auf ihre Kosten kommen. Dank legendärer Songs wie 'Chaos' und 'Massakermusik' lassen sie schnell den Eindruck entstehen, die Halle komplett abreißen zu wollen.

Nach einer wohl verdienten Verschnaufpause setzt die amerikanische Oldschoolhardcore-Band Bane um kurz vor neun die Show fort. Mit einer gut durchdachten Rede appelliert die 1995 gegründete Band aus Massachusetts noch einmal an das Publikum, spricht sich gegen Gewalt und Selbstprofilierung auf der Tanzfläche aus und erinnert somit nochmals an die Grundgedanken des Hardcore - Ehre und Respekt. Dies wird ihnen durch lautstarken Applaus des Publikums gedankt.

Nach der fast einstündigen Performance gehen nun auch Bane von der Bühne, und machen so Platz für die fünf Jungs aus Florida von Evergreen Terrace, die ihre Band nach der fiktiven Straße der 'Simpsons' benannten. 1999 gegründet, hat die Hardcoreband großen Erfolg, indem sie ihre Musik mit zahlreichen Elementen aus Pop, Punk und Rock vermischt. Sich selbst bezeichnen sie jedoch als Newschool Hardcoreband. Spätestens als sie den Song 'Mad World' (im Original von Gary Jules) anstimmen, erreicht die Stimmung der Fans ihren Höhepunkt. Während der folgenden Songs entern immer mehr Leute aus dem Publikum die Bühne, sodass die Band mit ihnen gemeinsam feiern kann und man kurz darauf eine große Anzahl von Stagedivern bei ihren waghalsigen Sprüngen in die Menge beobachten kann. Nach über einer Stunde lassen Evergreen Terrace ein verschwitztes, aber glückliches Publikum in der 60er Halle zurück.

Fast fünf Stunden waren jetzt bereits seit dem offiziellen Einlass um 18:00 Uhr vergangen und nun endlich wird es Zeit für den lang ersehnten Headliner Unearth. Um kurz vor elf betritt die amerikanische Metalcoreband die Bühne. Das Publikum ist inzwischen deutlich mitgenommen, aber sammelt die letzte Kraft nochmals zusammen, um Unearth gebürtig abzufeiern. Die ausgefallene Mischung verschiedener Unterarten der Hardcoremusik macht die Band besonders interessant. Früher sehr auf den Melodic Death Metal fixiert, stand im weiteren Verlauf der Bandgeschichte später der Thrashmetal sehr im Vordergrund, bevor sie zum melodischeren Metalcore übergingen. Die ausgefallene Mischung schien auf jeden Fall gut bei den Fans anzukommen, der Auftritt der Headliner war energiegeladen und verlangte jedem einzelnen im Publikum nochmals alles ab.

Nach einer guten Stunde Unearth verließen auch die letzten Fans müde aber zufrieden die Halle und verteilten sich auf den Ausgang und die Merchandisestände. Gegen Mitternacht verließ die 'Hell on Earth'-Tour dann offiziell Hannover und machte sich auf den Weg, um die Höllenshow am nächsten Tag in Hamburg fortzusetzen.

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