Hurricane 2010

Review geschrieben von Juliane Fotos von Manuel Kalb

Staub, verstaubte Zelte, verstaubte Menschen, Staub überall – so wie es nun mal bei einem Festival ist. Wir sind beim Hurricane in Scheeßel angekommen. Durch den uns freundlicherweise freigehaltenen Platz mussten wir uns nicht lange nach einer Unterkunft suchen und uns nicht mit den Gepäckmassen über das Gelände kämpfen, um noch eine freie Ecke zu ernten. So schafften wir es auch rechtzeitig zum Public Viewing zu erscheinen. Auch wenn die deutsche Mannschaft 0:1 gegen Serbien verlor und trotz Regenschauern feierten alle ausgelassen den Beginn des Festivals. „Paramore“, „Dropkick Murphys“, „Jennifer Rostock“ und die „Beatsteaks“ läuteten mit fantastischen Konzerten zu der fantastischen Stimmung der Menschenmenge den ersten Tag ein.

Vier Bühnen, die White Stage war zur Green, Blue und Red Stage neu hinzugekommen, ließen die Entscheidung für die richtige Band schwer werden - aber konnte man sich bei dem Angebot überhaupt falsch entscheiden?

Für uns jedenfalls waren die „Beatsteaks“ der Höhepunkt des Tages und schlossen „Mando Diao“ die erste Festivalrunde. Anschließend konnte man im Discozelt in den nächsten Festivaltag hinein feiern oder den Abend gemütlich am Zeltplatz ausklingen lassen.

Dieser nächste Tag begann mit den Klängen von feiernden Frühaufstehern und viel Kaffee. Die erste Band; „The Blackout“, legte um 12 Uhr los, „Deftones“, „Marina & The Diamonds“ und „Jack Johnson“ folgten auch wieder mit grandiosen Konzerten und super Stimmung.

Beim Auftritt von „Frittenbude“ gab es dann Schwierigkeiten. Das Zelt der „White Stage“ war dem riesigen Andrang nicht gewachsen, Gedränge, Verletzte, Abbruch als notwendige Konsequenz. Helfer waren sehr schnell vor Ort, die Versorgung klappte gut (hierbei meinen persönlichen Dank an die wohl besten, freundlichsten, coolsten Krankenwagenfahrer der Welt Nils und Daniel!).

Den Abend beendeten in wieder ungetrübter Stimmung „Massive Attack“, „ La Roux“ und „Boys Noice“.

Nach erneutem Missbrauch der mobilen Kaffeeverkäufer wurde der nächste Festivaltag erneut pünktlich um 12 Uhr eröffnet. Der Nachmittag und der Abend wurde von „Dendemann“, „Deichkind“ und „The Prodigy“ gestaltet. Zwar zog der eine oder andere Regenschauer über das Festivalgelände, die Stimmung aber litt nicht und blieb auch am dritten Tag riesig.

Sonntagnacht stand dann die Abreise an. Der Veranstalter hatte alle Zufahrtswege gesperrt. Und konnte man bei der Ankunft seinen Platz auf kurzem Weg erreichen, sah man sich nun veranlasst, sein Gepäck über weite, sehr weite Wege zu vereinbarten Abholstationen zu schleppen, und das nach drei Tagen Party.

Am Ende wird abgerechnet: Die Bilanz für das Hurricane fällt gut aus. Als Negativposten sind das zu kleine Zelt der „White Stage“ und auch das der „Red Stage“ und die Sperrung der Wege bei der Abreise zu nennen. Letzteres kann der Veranstalter voraussehen, den übergroßen Andrang bei „Frittenbude“ vielleicht nicht (oder doch?). Vielleicht könnte sich die Security auch noch einmal Gedanken machen und klar regeln, was mitgebracht werden darf und was nicht, da zum Beispiel Tetrapaks auf dem Festivalgelände ein umstrittenes Thema waren. Jedenfalls sind diese Probleme lösbar und, im Hinblick auf alles andere, was das Hurricane geboten hat, schnell vergessen. Denn als dicke Pluspunkte zu nennen sind drei Tage ausgelassene Festivalstimmung dank toller Bands in guter Spiellaune, eine im Übrigen reibungslos funktionierende Organisation, freundliche Helfer durchweg, ob nun Kaffeeverkäufer oder Security, die einem bei einem der kurzen Regenschauer auch mal ein Dach anbot. Kurzum, ich für meinen Teil werde im nächsten Jahr alles dran setzen, um wieder das Hurricane miterleben zu dürfen, und sicher mit „Frittenbude“ auf einer der großen Bühnen.

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