Interview: StenRei
StenReis erstes Album kommt am 17. Oktober 2008 raus. Gleichzeitig tritt der Ex-Right on Time Sänger zum ersten Mal alleine in Celle auf. Grund genug, um sich einmal mit StenRei zu unterhalten. Neben der Frage zu seinem Namen, befragen wir ihn auch über mysteriöse Auftritte auf der Insel Borkum, die Zusammenarbeit mit Gastmusikern und natürlich seinem Solo-Album „Songs for someone Special“. Wenn ihr auf "Weiterlesen" klickt kommt ihr zum Interview.
In gemütlicher Atmosphäre, bei einem leckeren Bier und einer kühlen Cola treffen wir den Mann hinter StenRei im GDS. Außer uns scheint am heutigen Sonntag niemand die kleine Kneipe besuchen zu wollen. Nach einer kurzen Begrüßung fangen wir direkt mit unseren Fragen an.
grassyworld.net: Wie bist du eigentlich auf deinen Namen gekommen und wie spricht man den aus?
StenRei: Ganz normal so wie man es schreibt. Der Name ist entstanden, als ich mir bei Web.de eine neue E-Mail Adresse zugelegt habe. Ich hatte auch noch mehrere andere Ideen, nur Sten oder nur Rei eben. StenRei ist mehr oder weniger dabei raus gekommen, als ich meinen Vor- und Nachnamen kombiniert habe. Als es darum ging, mir einen Künstlernamen zuzulegen, lag das dann sehr nah. Ich habe mir den Namen überlegt, weil ich noch ich selbst sein wollte und nicht einen aus der Luft gegriffenen Künstlernamen haben wollte. StenRei ist ein ungewöhnlicher Name, hat aber auch den Vorteil, dass du, wenn du ihn bei Google suchst, sofort auf meine Myspace Seite kommst.
grassyworld.net: Wie bist du als Sänger und Gitarrist auf die Idee gekommen, ein Solo-Projekt zu starten?
StenRei: Bei Right on Time war es ja schon so, dass ich viele Songs alleine auf der Gitarre geschrieben habe. Auch schon zu den Zeiten gab es Songs, die ich für die Band als ungeeignet erachtet habe, immer zuhause privat im kleinen Kreis gespielt habe und so hat sich über die Zeit das Material angesammelt, was ich mit Right on Time nicht gespielt habe. Als es mit Right on Time dann dem Ende entgegen ging, habe ich gedacht man könnte ja vielleicht mal ein Album machen oder mal schauen, was da so möglich ist als Soloprojekt. So sind die Songs auch schon mehr oder weniger entstanden.
grassyworld.net: Wie bist du dazu von eher tanzbarer Musik zu eher ruhiger nachdenklicher Musik gekommen?
StenRei: Wie gesagt es gab zwischendurch schon ein paar Sachen, die für Right on Time einfach nicht geeignet gewesen wären. Wobei wir bei Right on Time viele unterschiedliche Stile hatten. Aber die Sachen sind ja auch recht melancholisch, sehr persönlich. Es wäre für mich fraglich gewesen, die wirklich mit Right on Time spielen zu können, weil die mich persönlich widerspiegeln und nicht die Band. Die Lagen dann eben unten in der Schublade was Songs anging. Für mich war auch mal wichtig, wirklich ruhige Sachen zu machen, hauptsächlich mit Akustik-Gitarre und so sind die Songs dann peu a peu entstanden. Auch wie beim Right on Time Album über die letzten anderthalb Jahre verteilt, wo ich eben verschiedene emotionale Phasen durchlebt habe. Da sind dann mehr oder weniger melancholische Songs entstanden, die einfach in den StenRei Kontext eher passen als zu Right on Time.
grassyworld.net: Du deutest es schon an, es geht da mehr um Liebe oder Freundschaft?
StenRei: Hauptsächlich um Liebe, obwohl es eigentlich nicht so geplant war. Ich hatte eigentlich nicht vor, ein Album komplett über Liebe, enttäuschte Liebe oder Melancholie zu schreiben. Aber wie ich zuvor schon gesagt habe, habe ich diese verschiedenen emotionalen Phasen durchlebt. Letztes Jahr im Oktober ne relative unglückliche Beziehung, da ist zum Beispiel „Almost right“ draus entstanden. Dann war ich im Frühjahr in einer emotionalen Phase, wo ich relativ melancholisch war, da sind ziemlich traurige, enttäuschte Songs entstanden wie „Hard to carry on“. Zum Schluss hin, wo das Album schon fast fertig war und es mir wieder ziemlich gut ging, sind Songs wie „Just an illusion“ entstanden. Ich denke mal, diese verschiedenen Phasen, gerade auch was Liebe anbelangt, haben dieses Album schon sehr stark geprägt.
grassyworld.net: Sind diese starken, emotionalen Texte auch der Grund warum du das Album akustisch gemacht hast?
StenRei: Gute Frage – Ja, es war für mich wichtig, wieder so ein bisschen runterzukommen von diesem elektronischen Trip, den wir bei Right on Time gefahren sind. Zur Entspannung habe ich im kleineren Kreis immer schon mal ein bisschen Akustik gespielt. Also nicht so wirklich öffentlich. Als es mit Right on Time zu Ende ging, habe ich mir eben überlegt, das könnte vielleicht mal ein bisschen mehr Entspannung bringen. Ich hatte auch Lust direkt weiter zu machen und die Songs waren da. Das wäre auch für eine etwas andere Zielgruppe als wie bei Right on Time. So spielen wir in Kunst & Bühne und nicht im Bunten Haus. So erschließt man sich dann vielleicht auch ein paar neue Bekannte, ein paar neue Freunde und insofern war das doch ein probates Mittel wieder zur Akustik Gitarre zu greifen.
grassyworld.net: Welches Muster würde deine Musik am besten beschreiben?
StenRei: Ich würde sagen Schlangenlinien. Schlangenlinien aus dem Grund der verschiedenen Phasen. Es geht einfach bei mir nicht gerade durch in diesem Album, sondern es sind melancholische, sehr enttäuschte Songs dabei und es sind wieder Songs dabei. die einfach fröhlich sind, die Zuversicht ausstrahlen. Man kann das ganze Album nicht verallgemeinern, deswegen würde ich sagen: Schlangenlinien.
grassyworld.net: An welchem Teil deines Albums haben deine Gastmusiker mitgewirkt?
StenRei: „Just an illusion“! Also „Just an illusion“ ist sehr stark geprägt worden durch Marcus Torke, der das Album aufgenommen hat. Der ja auch schon das Right on Time Album produziert und aufgenommen hat. „Just an illusion“ ist so ein Song, der sich entwickelt hat. Es war eigentlich mehr so ein Stück, was das Album komplettieren sollte, was ich aber nicht wirklich als Headline Stück für das Album, zu dem es sich mittlerweile entwickelt hat, angesehen hätte. Das haben wir mit als letztes Stück aufgenommen und während wir dieses Stück aufgenommen haben, haben sich sehr viele Ideen entwickelt, wie man es denn umsetzen könnte. Das haben wir zum Beispiel nicht mit Akustik Gitarre eingespielt, sondern komplett mit E-Gitarre, also elektronisch. Da hat die Schwester vom Schlagzeuger Matse mitgewirkt – die singt da die Backing Vocals. Das war so ein Song, wo wir alle mal in der Gesangskabine waren, wo Matse noch versucht hat Backing Vocals zu singen. Das ist einfach so ein Stück, was sehr frei entstanden ist.
grassyworld.net: Stammen alle Songs aus deiner Feder?
StenRei: Ja, das ist komplett alles von mir entstanden. Deswegen Maße ich mir eben auch an das als mein Solo-Album auszugeben, obwohl da ja zwei Leute daran noch sehr entscheidend mitgewirkt haben, was das musikalische und instrumentalische angeht. Aber die Texte und die Melodien sind alle sehr stark durch mich beeinflusst und durch mich eben auch entstanden. Deswegen auch Solo-Album, obwohl wir auch auf der Bühne zu zweit spielen.
grassyworld.net: Wer hatte bei den Aufnahmen welche Aufgaben?
StenRei: Ich spiele hauptächlich Gitarre und Matse spielt nebenbei Schlagzeug, Percussion in gewissen Stücken, auch Keyboard, ein paar Piano Parts. Eins zu eins wie auf dem Album setzen wir das natürlich nicht um, weil wir da ziemlich viele Gitarrenspuren noch eingespielt haben, was man Live nicht realisieren könnte. Aber ich denke, wir haben da schon einen ganz guten Weg gefunden, wie wir das Live repräsentieren können, weil es eigentlich auch unkomplizierte Songs sind, die ich eben auch teilweise in der Intention geschrieben habe, dass ich sie auch alleine spielen kann.
grassyworld.net: Wie bist du darauf gekommen das mit Matse zusammen zu machen? Also nach welchen Kriterien hast du deine Gastmusiker ausgesucht?
StenRei: Hat sich angeboten. Pentamonic ist ja auch damals relativ ausgedünnt gewesen, was die Situation angeht, dass die kaum Auftritte gespielt haben. Da hatte er zwischendurch Zeit und hat sich angeboten, als er von der Idee gehört hat, ein Solo-Album machen zu wollen. Da ich die Musik von Pentamonic sehr schätze und da ich sein Schlagzeugspiel sehr schätze war ich begeistert. Ich hätte ihn eigentlich nicht gefragt, weil er sehr viel um die Ohren hat und auch in Oldenburg wohnt und extra für die Aufnahmen und die Proben gekommen ist. Als er sich angeboten hat, habe ich sofort gesagt: „Ja, sehr gerne!“.
grassyworld.net: Das Album heißt ja „Songs for someone Special“. Wie bist du auf diesen Namen gekommen? Ist es an wen besonderes gerichtet?
StenRei: Auf den Namen bin ich gekommen weil ich während des Schreibens festgestellt habe, dass ich sich die Songs speziell richten, nicht an eine einzelne Person, aber eben schon an einen Empfänger adressiert sind. Dieser jenige wird aber nicht namentlich genannt. Ich habe einfach gedacht, dass diese Songs an jemanden spezielles sind und jeder, der sich dadurch angesprochen fühlt, an diesen ist dieses Album auch gerichtet.
grassyworld.net: Wie viele Songs sind denn auf „Songs for someone Special“?
StenRei: Es sind neun Songs auf dem Album und ein additional Song den wir Jam-mäßig eingespielt haben. Die anderen haben wir alle auf Spuren eingespielt. Das letzte Lied „Nothing left to say“ haben wir wirklich als Live-Jam eingespielt. Deswegen würde ich es nicht unbedingt dazu rechnen, aber wir haben es auf das Album noch draufgemacht.
grassyworld.net: Was wird das Album kosten und ab wann können wir es käuflich erwerben?
StenRei: Das gibt es am 17. also direkt am Release zu kaufen. Davor werde ich noch einen kleinen In Store-Gig spielen am Freitag um 15:30 bei Just-Music. Um das Album halt noch ein bisschen zu bewerben und für den Abend noch ein bisschen zu werben. Da wird das Album dann auch erhältlich sein. Das steht aber noch nicht so genau fest. Es wird 10€ kosten aus dem Grund, dass wir hohe Produktionskosten hatten und sehr viel Arbeit auch da rein verwandt haben. Wir werden in der ersten Zeit nicht unbedingt übermäßig viel verkaufen, weil 10€ natürlich für gewisse Käuferschaften auch ziemlich viel Geld ist. Wir haben uns überlegt, dass es eine aufwendige Produktion war und wir deswegen mit 10€ beginnen.
grassyworld.net: Du hast ja jetzt schon ein paar Konzerte gespielt, unter anderem auch in Borkum. Wie sind deine Songs dort angekommen und wie bist du dazu gekommen, dort aufzutreten?
StenRei: Borkum war eine sehr interessante Geschichte, weil wir eigentlich mit der Intention dahin gefahren sind, Fotos für das Booklet zu machen. Wir wollten dann einfach mal das Album testen, wie es denn Live ankommt, ob es überhaupt Live tauglich ist. Wir haben uns überlegt, auf Borkum, wo man ja nicht so in der Celler Szene drin ist, wo die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass man die Leute schnell wieder sieht, testen wir einfach mal dieses Material. Einfach, weil diese Songs hatte ich Live noch nie gespielt und wir haben da ganz normal ne Anfrage gemacht, ob es denn möglich wäre, dort zu spielen. Da kam dann innerhalb der nächsten zwei – drei Tage sofort eine Zusage. Wir haben da dann auch drei Konzerte gespielt, oder besser gesagt, ich alleine. Marcus war mit als Tontechniker. Die Konzerte sind alle durchweg positiv angekommen, wobei das Publikum natürlich sehr gemischt war. Borkum ist mehr so die Insel, wo auch etwas älteres Publikum ist. Die haben das auch gut aufgenommen. Also ein positiver Ausflug.
grassyworld.net: Wie wollt ihr dann mit dem Album weiterkommen, also aus Celle rauskommen?
StenRei: Ich stehe derzeit in einigen Verhandlungen mit Veranstaltern, die mich dann hoffentlich auch aus Celle demnächst raus befördern werden. Auf Borkum habe ich ja schon gespielt. Demnächst steht wahrscheinlich Hamburg an. Dann spiele ich am 5. November in Faßberg auf der Partymeile und nächstes Jahr, das steht allerdings noch in den Sternen, steht vielleicht eine kleinere Deutschlandtour an mit einer befreundeten Band. Allerdings kann ich da jetzt noch nicht soviel zu sagen, weil das alles überhaupt noch nicht Spruchreif ist. Hoffentlich aber trotzdem funktioniert.
grassyworld.net: Willst du unseren Lesern noch abschließend etwas sagen?
StenRei: Ich hoffe, dass am 17. ausreichend Leute kommen und der ein oder andere die CD, die mit viel Liebe produziert worden ist, mitnimmt. Das wäre so mein Ziel.
grassyworld.net: Dankeschön!
StenRei: Danke auch!
Wir danken Carsten für das echt nette Interview und für das anschließende gut zwei Stunden dauernde Gespräch! Wer StenRei gerne mal Live sehen will kann das beim In-Store-Gig am 17.10.2008 um 15:30 bei Just-Music oder am selben Tag in der Kunst & Bühne (Nordwall 40) um 20:00.








