Endlich ist es soweit: Phrasenmäher holen ihren versäumten Auftritt vom Südwinsen Festival 2009 nach. Diesmal nicht draußen, sondern in der CD-Kaserne und mit Verstärkung in Form von Lauschangriff aus Faßberg. Doch erstmal zurück zu Phrasenmäher. Die drei Jungs sind inzwischen beim Manager der Fantastischen Vier unter Vertrag und deutlich bekannter als noch Anno 2009, als wir sie zum ersten Mal (bei der Hambührener Rocknacht) erleben durften. Wir lagen richtig mit unserer Prognose, die das Potential von Phrasenmäher betraf.
Der Auftakt ihrer Clubtour im Herbst soll nun in Celle stattfinden – eine gute Wahl, finden wir. Und so sind wir schon vor der Einlassuhrzeit von 19:00 Uhr in der CD-Kaserne. Der Eintritt erreicht mit 10€ an der Abendkasse schwindelerregende Höhen, wie wir finden – aber Phrasenmäher, Lauschangriff und die grassyworld.net Warm-up- beziehungsweise Aftershowparty sind das allemal wert. Als wir die Kaserne betreten fallen uns die Kicker auf und wir vergnügen uns mit Selbigen erst einmal, während nach und nach die ersten Leute eintrudeln. Offizieller Beginn ist 20:00 Uhr. In der ersten Stunde gibt es den gewohnt guten Mix aus Indie- und Alternativekrachern von grassyworld-DJ Stoffel.
Nachdem der Soundcheck erledigt ist, betreten Lauschangriff die Bühne, auf der gigantische knicklichtartige Leuchtstäbe stehen, die ständig ihre Farbe wechseln. Dass Sänger Pascal die Bühne barfuß in einer geschmackvollen Glitzerhose betritt, finden wir mehr als mutig. Der Opener „Ab Dafür“ passt herrlich zum Umstand der „akuten Glitzeritis“ - er spricht sich für mehr Mut aus. Leider ist die Halle 16 mit 60-70 Leuten noch relativ leer. Warum das Publikum dann auch noch im hinteren Bereich steht, ist uns unerklärlich. Anfangs ist der Gesang zwar zu laut, doch später scheint alles zu passen und Lauschangriff können zumindest uns wieder einmal vollends überzeugen. Gegen Ende des Auftritts wagen sich auch einige Leute, nach Aufforderung von Pascal, in die vorderen Reihen. Natürlich darf auch der Bandhit „Roboter“ nicht fehlen.
Relativ pünktlich nach einer Stunde stehen Phrasenmäher in den Startlöchern. Man merkt, dass diese Band der Grund ist, aus dem fast alle Gäste gekommen sind. Halle 16 füllt sich deutlich und das schon während der Umbaupause. Die Gäste wagen sich endlich auch nach vorne, aber alle halten, was wir äußerst amüsant finden, ehrfürchtig ca. einen Meter Abstand von der Bühne. In bekannter Manier musizieren Phrasenmäher nicht nur, sondern bespaßen das Publikum auch. Diejenigen, die beim Auftritt in der Baßgeige vor einem Jahr dabei waren, rufen laut „Ansageeee!“, was die Band freudig zur Kenntnis nimmt. Die Band spielt fast zwei Stunden. Auf der einen Seite werden relativ neue Songs wie „Online“ und das „Kühlschranklied“ gespielt, auf der anderen Seite wühlen Phrasenmäher auch in ihrer Vergangenheit und präsentieren uns den Song „Hochklappdings“. Mit „Bäcker“, „Allgemeine Entchen“, „Im Sog der Breitnis“ und dem als Zugabe gespielten „Vater“ dürfen auch die Hits der Band nicht fehlen. Das Publikum ist voll dabei, wenn auch am Ende mehr als am Anfang. Persönlich begeistert sind wir – wie immer – von „Johnny“. Die strahlenden Gesichter, die der Song hinterlässt, sind einfach herrlich anzusehen. Und auch, wenn Celle immer etwas schüchtern und verhalten ist, sind wir Phrasenmäher sehr dankbar, dass sie bei uns ihren Auftakt zelebriert haben. Die Qualität dieser Band sucht ihresgleichen – Punkt.

Nachdem der letzte Ton von „Johnny“ verklungen ist, laden die Jungs das Publikum noch ein, mit ihnen ein Bier zu trinken. Sie verlassen die Bühne und die Aftershowparty mit Stoffel beginnt. Was für ein Spaß – bitte, bitte NOCHMAL!
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